Zum Dorf Plasselb

Zum Dorf Plasselb

Unser Dorf Plasselb liegt an der Strasse Freiburg-Plaffeien-Schwarzsee, zwischen Ärgera und Sense, just auf der Kante zwischen Mittelland und Voralpen. Die Leute lebten früher von der Viehwirtschaft, die in den unteren Lagen mit Ackerbau durchmischt war, und der Bewirtschaftung der grossen Wälder im Plasselbschlund und am Schwyberg. Heute arbeitet nur noch ein Drittel im Primärsektor. Die Gemeinde (siehe Abb.) ist gross (18 km2), das Dorf mit Kirche, Schule und Wirtshaus steht in einer zur Ärgera offenen Senke auf 850 m ü.M. Der Name plana silva (= ebener Wald) scheint von hier zu stammen. 1811 besass die Gemeinde 450 Einwohner, heute sind es rund 850.

Plasselb ist urkundlich seit dem 13. Jh. erwähnt, die Siedlung 1339 ausdrücklich als Dorf vermerkt. 1291 verkauften die Herren von Ecublens Plasselb an Wilhelm von Champvent, Bischof von Lausanne, der es bald weitergegeben hat. 1303 traten die Herren von Corbières das Dorf an die Velga und Englisberg ab, zwei einflussreiche Adelsfamilien der Region. Schliesslich kam Plasselb im Zusammenhang mit dem Kauf von Plaffeien 1486 an Freiburg. Fortan gehörte das Dorf zur Alten Landschaft, dem Untertanengebiet der Stadt.

Das Dorf Plasselb entwickelte relativ früh Gemeinsinn und eigene Verwaltungsstrukturen. Die älteste bekannte Gemeindeordnung ist von 1577. Als materiell wenig verwöhnte und deshalb für die Stadtherren uninteressante Region half sich das Dorf immer selber, nach dem Sprichwort «Hilf dir selbst, so hilft dir Gott». Die Dorfschaft errichtete die Pfarrei, samt Last für Kirche, Pfarrhaus und Pfarrer, später ebenso die Schule und das Wirtshaus. Schulunterricht ist seit den 1740er Jahren nachgewiesen, ein eigenes Schulhaus seit dem frühen 19. Jh. belegt. Es wurde 1881 und 1959/60 neu gebaut. Ein Wirtshaus hat die Regierung der Gemeinde 1872 gestattet. Der gleichzeitig erstellte Bau wurde 1977 ersetzt. Die Trennung von Gemeinde und Pfarrei erfolgte erst 1920.

Holzhäuser mit Schindeleindeckung waren üblich, prägten das Dorf. Noch zu Beginn des 19. Jh. war die Kirche im Dorf der einzige Steinbau. 1853-55 folgten ihr das Pfarrhaus und, um die Wende zum 20.Jh., weitere Häuser. Ein Gleiches galt für die Ziegel, wo wiederum die Kirche in den 1820er Jahren als erste einsetzte. Die Schwarzseestrasse diente vor dem Auto und dem Tourismus dem Vieh- und Holztransport, war bescheiden ausgebaut und wurde um 1950 asphaltiert.