Ausstattung

Altäre

Der Hauptaltar im Chorscheitel erhielt während der Bauetappe um 1814 von Joseph Thierin aus Vuissens, Schreiner in Freiburg, ein barockes Retabel. Es ist aus Hochaltar Pfarrkirche PlasselbTannenholz, das in den Farbtönen ocker, grün und rot marmoriert und teilweise vergoldet ist. Das von unbekannter Hand Ende des 19. Jh. gemalte Hauptbild stellt die Immaculata dar: Maria, von Engeln umgeben und auf der Sphäre stehend, zertritt der Schlange den Kopf. Auf den seitlich angebrachten Volutenkonsolen stehen zwei polychrome Holzstatuen aus dem 18. Jh., welche die heiligen Bischöfe Theodul(?) und Ulrich (mit dem Fisch als Attribut) darstellen. Das Attikabild (wohl 1814) stellt die Steinigung des heiligen Stephan dar. Beidseitig stehen auf hohen Sockeln zwei kleine farbig gefas­ste Holzstatuen aus dem 18. Jh. (1896 angekauft), welche die heilige Barbara mit Kelch links und die heilige Katharina mit Schwert rechts darstellen.

Die beiden klassizistischen Seitenaltäre aus Holz an den seitlichen Stirnwänden des Schiffes sind in den Farbtönen schwarz, rot, beige, grün marmoriert und zum Teil vergoldet. Sie sind um 1840 anzusetzen. Der Rosenkranzaltar links zeigt im Hauptbild die thronende Muttergottes mit Jesuskind, welches Dominikus und Katharina von Siena den Rosenkranz reicht. Das in Öl auf Leinwand gemalte Bild trägt unten links die Signatur (J[oseph] Reichlen» (1846-1913) und ist 1893 beim Künstler gekauft worden. Das leicht beschnittene Attikabild (wohl 1814) stellt den heiligen Bischof Theodul im vollen Ornat dar, wie er eine Glocke, sein Attribut, segnet. Der Annenaltar rechts zeigt im Hauptbild die Belehrung Mariens durch ihre Mutter Anna und ist unten rechts im Bild signiert und datiert: «J[oseph] Amberg 1882». Dieser aus dem luzernischen Büron stammende Maler war zwischen 1863 und 1882 im Freiburgischen tätig. Das Attikabild (wohl 1814) stellt einen Schutzengel als Wegbegleiter eines Kindes dar.

Der Zelebrationsaltar ist eine lackierte Bronzearbeit, die Antoine Claraz (*1903) aus Freiburg 1975 ausgeführt hat.

Deckenmalereien

Fünf Deckenmalereien in Louis-XVI­Stuckrahmen zieren das Chorgewölbe. Das Hauptbild stellt die Dreifaltigkeit dar. Die vier Eckmedaillons geben die Evangelisten Matthäus mit Engel, Markus mit Löwe, Lukas mit Stier und Johannes mit Adler wieder. Auch im Schiffsgewölbe sind fünf Deckenbilder in Louis-XVI-Stuckrahmen angebracht. Das Hauptbild stellt die Himmelfahrt Mariens dar. Die Gottesmutter entschwebt von Engeln begleitet auf einem Wolkenthron. Unter ihr erkennt man die Grabeshöhle und im Hintergrund die Stadt Jerusalem. In den vier Eckmedaillons sind die vier lateinischen Kirchenväter im Gehäuse dargestellt: die Heiligen Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregor der Grosse. Auf der Unterseite der Empore befindet sich ein weiteres Deckenbild in Form eines stuckgerahmten Tondos mit der Darstellung der Tempelreinigung im Stil der Neorenaissance. Dieses Bild ist wie die anderen Deckenmalereien in Öl auf Gips gemalt. Die beiden Hauptbilder in Chor und Schiff sind mit «P[aul] A[dolph] Neumann 1884» bezeichnet. Wahrscheinlich hat Neumann auch an den übrigen Deckenbildern gearbeitet. Das ungleiche Alter, das unterschiedliche künstlerische Niveau sowie der verschiedene Überarbeitungsgrad der Bilder durch Neumann bewirken die formale Uneinheitlichkeit des Bildprogramms.

Glasmalerei

Im Schiff befinden sich sechs Glasfenster mit ganzfigurigen Heiligengestalten von 1922, im Chor drei mit Szenen aus dem Leben Mariens von 1922-1923. Die Entwürfe schuf Jean-Edward de Castella (1881-1966), die Ausführung besorgte die Werkstatt Kitsch & Fleckner in Freiburg. Die Schiffenster stehen zwischen Jugendstil und modernen Tendenzen des ersten Jahrhundertviertels, die Chorfenster zeigen den flächigen Stil de Castellas der 1920er/30er Jahre. Die Plasselber Fenster gehören zu den schönsten Glasmalereien jener Zeit in den freiburgischen Landkirchen.

Die Wiederentdeckung der mittelalterlichen Glasmalerei im 19. Jh. hat zu Nachbildungen und Neuschöpfungen geführt. Dies auch im Kanton Freiburg, wo seit 1860 viele Kirchen in neugotischem Stil gebaut und ausgestattet worden sind. Sie haben das Terrain für die schöpferische Leistung der Freiburger Münsterfenster von Josef Mehoffer vorbereitet. Der junge Krakauer gewann 1894 im Wettbewerb den ersten Preis und schuf hierauf die bekannte Reihe hinreissend schöner Jugendstilfenster. Kurz nach 1900 kam, in Temperament und Stil Mehoffer nahe, auch erstmals ein einheimisches Talent zum Zug: Jean-Edward de Castella, aus altem Freiburger Patriziergeschlecht, in Australien geboren, doch in Freiburg, München und Paris ausgebildet. Unter Mehoffers Einfluss schuf de Castella 1904/05 grossfigurige Heiligenfester für Heitenried, etwas später in der Wallfahrtskirche Bürglen Figurengruppen und gestaffelte Kompositionen, die aussehen, als stammten die Entwürfe von Mehoffer.

In den Plasselber Schiffenstern hat de Castella vermutlich erstmals voll seinen eigenen Stil gefunden. Die Schönlinigkeit, die Silhouette des Jugendstils sind noch zu finden, treten aber zugunsten einer einfachen und klaren Komposition etwas in den Hintergrund. Die Farben wechseln zwischen Aquarellfrische und kräftigem Kolorit. Das sind neue Töne, vermutlich eine selbständige Verarbeitung der Fauves und der Expressionisten. Schwebende Gestalten und Blicke ins Leere fehlen, die gezeigte Frömmigkeit ist selbstbewusst und fordernd. Die Heiligen sind hier schöne Menschen, haben Körper, Seele, Spannkraft und Ausstrahlung, stehen unbeirrt vor ihren Feinden und tun ihr Werk ohne Sentimentalität.

Wie Auftrag und Programm entstanden sind, lässt sich nicht mehr feststellen. Seelsorger war damals Severin Lauper. Er scheint die treibende Kraft gewesen zu sein. Als Person ist Lauper kaum fassbar. «Er lebte still und zurückgezogen, von Natur aus war er ängstlich», stand in seinem Nachruf von 1951.

Lauper notierte in seinem Notizbuch nur Beiläufiges zur Entstehung der Fenster. Ab 1921 vermerkte er mögliche Bildmotive, durchwegs neutestamentliche Szenen und Symbole. Weshalb schliesslich eine Heiligenreihe entstanden ist, bleibt im Dunkeln. Martin war bis 1814 Kirchenpatron, Cäcilla ist Schutzherrin des Kirchenchors, Wendelin ein beliebter Bauernheiliger und Agnes, Katharina von Alexandrien und Christophorus sind alte Volksheilige. Auch die Wahl des Künstlers und die Gespräche in der Pfarrei werden nicht erwähnt. Dagegen sind Angaben über Plazierung und Preis zu finden: Am 13. November 1922 wurden die Fenster in Freiburg geholt, am 14. und 15. eingesetzt, am 19. kamen Jean de Castella und der Glasmaler Vinzenz Kitsch vorbei zum «Schauen», wie der Pfarrer vermerkte. Für die Fenster im Schiff brachten anonyme Spender 4500 Franken auf, auf den Chorfenstern sind die Stifternamen vermerkt, dafür entgeht uns der Preis.