Die Neuhauskapelle

 

Vom 14. Bis zum 17 Jahrhundert ging zu verschiedenen Malen eine Pest durchs Schweizerland.

Man nannte sie der schwarze „Tod“. Die Menschen wurden von einem heftigen Fieber befallen,

der Schlund trocknete ihnen aus, die Zunge wurde schwarz und am Leibe bildeten sich eitrige Beulen. Die Krankheit führte rasch zur Bewusstlosigkeit und oft schon nach wenigen Stunden zum Tode.

Das war eine schreckliche Zeit. Alle Bande der Familie und der Gesellschaft lösten sich. Ganze Dörfer, ja ganze Gegenden wurden menschenleer. So sollten Mertenlach, Neuhaus und Alterswil damals Nachbarn gewesen sein. In Giffers, Rechthalten und St. Silvester gab es keine Einwohner mehr. Mit Ausnahme derjenigen, die sich in die Berge flüchteten, hatte der schwarze Tod alle gefordert.

In Plasselb lebte einzig noch eine Mutter mit ihrem Söhnchen. Auch sie wurde von der Pest befallen. Als die ersten Anzeichen der Krankheit sich einstellten, da sann die Mutterliebe auf die Rettung ihres Kindes. Sie bettete es sorgsam in einen Korb und trug es nach Neuhaus hinauf. Dort legte sie es in die Nähe eines Hauses nieder und rief den Leuten zu, sie möchten sich um Gotteslohn des Kindes erbarmen. Dann eilte sie ins Dorf zurück und legte sich zum Sterben hin. Die Neuhauser aber zogen den Knaben auf. Er wurde der Stammvater des Geschlechts der Käpfer. Beim Ausbruche der Pest machten die Bewohner von Neuhaus das feierliche Gelübde, der Gottesmutter eine Kapelle zu bauen, wenn sie von der Krankheit verschont blieben. Und siehe, während in allen Dörfern des Senselandes der Würgengel umging und Hunderte und Tausende von Menschen unbarmherzig ins Grab warf, blieb einzig Neuhaus von ihm verschont.

Kein einziges Opfer hatte die Ortschaft zu beklagen. Dankerfüllten Herzens erbauten die Neuhauser inmitten der behäbiger Bauernhäuser eine schmucke Kapelle und weihten sie Maria, der Helferin der Christen, der Muttergottes mit dem Schutzmantel. Sie hielten ihr Heiligtum allzeit hoch in Ehren.

 

Als in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die Blatern ausbrachen, da erinnerte sich das Senslervolk des Gnadenortes. Aus allen Dörfern zogen Wallfahrer nach Neuhaus, um hier die Helferin der Christen um Schutz anzuflehen.

Neuhaus Kapelle

 

"Tafala"

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